Sahaja Yoga


Zunächst müssen wir verstehen, dass die Wahrheit ist, was sie ist.
Wir können sie weder Konzepten unterordnen, sie organisieren noch für eigene Zwecke nutzen.

Auch mit Scheuklappen rechts und links und unseren vielen Konditionierungen können wir sie nicht finden.
Dazu müssen wir frei und vorurteilsfrei wie Wissenschaftler sein.

Wir dürfen wir nicht einfach blind glauben,
was
jemand behauptet, predigt oder prophezeit.

(Shri Mataji Nirmala Devi).

 

Sahaja Yoga ist eine Meditationstechnik, die Shri Mataji Nirmala Devi entwickelt hat. Dabei wird eine subtile spirituelle Energie geweckt, die Kundalini, die in dreieinhalb Windungen eingerollt im Os Sacrum, dem Kreuzbein am unteren Ende unserer Wirbelsäule, schlafend ruht. „Sacrum“ bedeutet „heilig“. Der lateinische Begriff deutet darauf hin, dass das Wissen um diesen Knochen auch im Westen nichts Neues ist. „Sahaja“ bedeutet „angeboren“ oder „spontan“, und „Yoga“ bedeutet „Einswerdung mit dem Göttlichen“. Die sanfte Erweckung dieser Kundalinienergie und die innere Reise der Selbst-Erkenntnis wird Selbst-Verwirklichung, Realisation oder Yoga genannt.

 

Auf Sanskrit heißen Menschen, die ihre Selbst-Verwirklichung erhalten haben, dwijaha, was soviel bedeutet wie „zweimal geboren“. Die erweckte Kundalini steigt im Rückgrat auf, erreicht die limbische Zone unseres Gehirns und tritt dann sanft aus dem Scheitel aus. Wir können dies als kühlen Hauch über der Fontanelle wahrnehmen, aber auch auf den Fingerspitzen und den Handflächen. Auf Sanskrit heißt dieser Hauch Chaitanya, in Sahaja Yoga sprechen wir von kühlen Vibrationen.

 

Wichtig ist, dass es sich um eine Wahrnehmung auf dem zentralen Nervensystem handelt. Ihre Rezeptoren fühlen real was sich ereignet. Sahaja Yoga kann deshalb keinesfalls als blinder Glaube bezeichnet werden, sondern ist vielmehr eine echte, wissenschaftlich verifizierbare Erfahrung. So wie jeder Mensch die Hitze der Sonnenstrahlen auf seiner Haut spüren kann, kann auch jeder die kühlen Vibrationen wahrnehmen und Sahaja Yoga selbst erfahren – wenn er es mit offenem Herzen und vorurteilsfrei ausprobiert. Noch viel wichtiger als die Wahrnehmung des kühlen Hauchs ist aber die Bewusstseinsveränderung, die stattfindet, wenn die  Kundalini den Scheitel erreicht. Wir kommen in einen Zustand, den wir „gedankenfreies Bewusstsein“ nennen. Genau das ist Meditation, denn Meditation ist nichts, was wir aktiv tun, sondern ein freudvoller, befreiter, tiefer und friedlicher Bewusstseinszustand.

In der Bibel finden wir viele Anspielungen auf den kühlen Hauch (Pfingsten, Brennender Busch). Im Johannisevangelium finden wir sowohl eine Anspielung auf den kühlen Hauch als auch den Hinweis, dass wir wiedergeboren werden müssen. Spiritualität ist eine Erfahrung auf unserem zentralen Nervensystem und kein blinder Glaube:

 

Jesus und Nikodemus (Johannes-Evangelium (3:1-11)):


„Wahrlich, ich sage dir, nur wenn er von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes sehen.“ Nikodemus antwortete: „Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und noch einmal geboren werden?“ Jesus antwortete: „Wer nicht aus dem Geist wiedergeboren wird, kann nicht ins Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist

geboren ist, ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir dies sage. Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Brausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist […]. Wahrlich, ich sage dir, wir sagen, was wir wissen und bezeugen, was wir gesehen haben, ihr aber nehmt unser Zeugnis nicht an.“